Galerie der Aufrechten

Eine Ausstellung künstlerisch gestalteter Portraits von Männern und Frauen des Widerstands gegen das NS-Regime

Die „Galerie der Aufrechten“, ein Projekt des Studenten­werks Weiße Rose e.V., präsen­tiert Porträts von Männern und Frauen des Widerstands gegen das nationalsozialisti­sche Regime. Die Ausstellung zeigt Menschen mit verschie­denen Beweggründen und unterschiedlichen politischen wie religiösen und gesell­schaftlichen Hintergründen. Dabei wird auch die Frage gestellt, wo Widerstand be­ginnt und welche Formen von resistentem Verhalten es gab und gibt.

Galerie der Aufrechten im BADEHAUS

Ingesamt 37 Portäts der Galerie von Menschen des Widerstands gegen die NS-Gewaltherrschaft und von Opfern des NS-Regimes finden sich im Erinnerungsort BADEHAUS. Diese Menschen stehen etwa zur Hälfte durch Herkunft oder Tätigkeit in Bezug zum deutschen Süden, zur anderen Hälfte stammen sie aus dem gesamten damaligen Reichsgebiet. Dadurch setzt die Ausstellung einen Schwerpunkt auf Regionalität und erreicht gleichzeitig einen hohen Grad an Repräsentativität für den NS-Widerstand insgesamt.

Über 30 Künstlerinnen und Künstler haben sich in ihren Werken den Menschen des Widerstands genähert, um Empathie zu wecken und die biographische Vielschichtigkeit der Unangepassten darzustellen. Verschiedene Malstile unterstreichen die zahlreichen Facetten des Widerstands.

Im deutschen Südwesten lagen zwar weder die Kommandozentralen der Nationalsozialisten noch die großen innerdeutschen Konzentrationslager. Hier begann aber in Grafeneck die Ver­nichtung menschlichen Lebens. Gleichzeitig gab es hier den vielgestaltigsten Widerstand – von Attentätern, Christen und Juden, von den Studenten der Weißen Rose, von Rettern, von geistigen Vordenkern und Pädagogen, von Menschen aus dem politischen und militärischen Bereich, von Arbeitern und Gewerkschaftlern.

Die vor Ort verfügbare Begleitbroschüre gibt nicht nur einen Einblick in das Leben der dargestellten Personen, sondern erzählt in kurzen Absätzen auch über die Künstlerinnen und Künstler.

 

Widerstandskämpfer*in des Monats

Während der Laufzeit der Ausstellung stellen wir in dieser Reihe jeden Monat ein Porträt vor. Klicken Sie auf das jeweilige Bild für mehr Informationen:

  • Widerstandskämpferin des Monats #4

    Anna Essinger (1879 – 1960) entstammte einer jüdischen Familie aus Ulm. Ab 1926 leitete sie in Herrlingen (Blaustein) das erste reformpädagogische Landschulheim in Württemberg. Zu den pädagogischen Prinzipien dieser Schule für behinderte und schwer erziehbare Kinder gehörten konfessionelle Ungebundenheit, familienmäßiges gemeinsames Leben und Lernen, demokratische Entscheidungsfindung, Selbständigkeit, kritisches Denken. 1933…

  • Widerstandskämpfer des Monats #3

    Janusz Korczak (1878 - 1942) stammte aus einem aufgeklärten jüdischen Elternhaus in Warschau. 1912 gab er den Arztberuf auf und übernahm die Leitung des jüdischen Waisenhauses Dom Sierot in Warschau. Dort setzte er seine pädagogischen Ideen um – z.B. ein Kinderrepublik-Modell - und schrieb zahlreiche Kinderbücher und pädagogische Schriften -…

  • Stein von Mechthild Mansel in Galerie der Aufrechten im Erinnerungsort BADEHAUS

    Widerstandskämpferin des Monats #2

    Edith Stein (1891 – 1942) konvertierte als Jüdin im Alter von 30 Jahren zum katholischen Glauben. Nach dem Machtantritt Hitlers bat die promovierte Philosophin Papst Pius XI vergeblich, gegen die Judenverfolgung zu protestieren. Im April 1933 wurde auf ihren Arbeitgeber von NSDAP-Beamten Druck ausgeübt, Edith Stein keine Vorlesungen mehr halten…

  • Probst von Marlis Glaser in Galerie der Aufrechten im Erinnerungsort BADEHAUS

    Widerstandskämpfer des Monats #1

    Christoph Probst (1919 – 1943) wurde in Murnau geboren und wuchs in einem durch religiöse und kulturelle Offenheit geprägten, regimekritischen Elternhaus auf. Seine Stiefmutter war als Jüdin antisemitischer Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Probst lehnte den Nationalsozialismus von Anfang an ab. Als Medizinstudent gelangte er in München über seinen Schulfreund…

Textquelle: Studentenwerk Weiße Rose e.V. Fotos Copyright: Studentenwerk Weiße Rose e.V.; Justine Bittner

  • 23. Februar 2024
  • Datum: 15. Juli 2023 verlängert bis 3. März 2024
  • Eintrittspreise und Öffnungszeiten zusammen mit der Dauerausstellung
  • Eine Wanderausstellung des Studenten­werks Weiße Rose e.V.
  • Projekteam am Erinnerungsort BADEHAUS: Justine Bittner, Jonathan Coenen, Felicitas Hörl, Dr. Sybille Krafft, Nathalie Schauer.