Musealie des Monats #6

Das „Mutterkreuz“

In unserer Reihe „Musealie des Monats“ stellt Sarah Lex, zuständig für unsere Museumssammlung, jeden Monat Gegenstände aus unserem Depot vor, die für die Öffentlichkeit momentan nicht sichtbar sind.

Mutterkreuz. Sammlung Erinnerungsort BADEHAUS

Das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ oder auch „Mutterkreuz“ wurde ab Dezember 1938 kinderreichen Frauen verliehen. Das Gesundheitsamt und lokale Parteifunktionäre der NSDAP arbeiteten eng zusammen, um sicherzugehen, dass nur „sittsame“ Mütter „deutschen Blutes“ es erhielten. Oft öffentlichkeitswirksam inszeniert, wurde es jährlich am Muttertag verliehen und war Teil der NS-Propaganda. Wie bei einem olympischen Wettkampf gab es dabei eine dreigliedrige Staffelung. Mütter von vier oder fünf Kindern erhielten das bronzene „Mutterkreuz“. Mütter von sechs oder sieben das silberne. Ab dem achten Kind erhielten Mütter das goldene „Mutterkreuz“. Auf der Rückseite ist die Unterschrift von Adolf Hitler eingeprägt, der das Kreuz als Zeichen des „Dankes des Deutschen Volkes“ initiiert hat. Auch Ilse-Lotte von Hofacker, die Frau des am 20. Juli beteiligten Widerstandskämpfers Cäsar von Hofacker und Mutter von Alfred von Hofacker, hat dieses bronzene Mutterkreuz nach der Geburt des 5. Kindes erhalten.

Auf dem Foto: Mutterkreuz aus der Sammlung des Erinnerungsortes BADEHAUS. Copyright: Justine Bittner.

 

Wie Alfred von Hofacker und seine Familie den Widerstand und die Hinrichtung seines Vaters erlebt haben, erzählt er im Rahmen unserer Veranstaltung am 17. Juli ab 18 Uhr, zusammen mit Frau Barbara von Uthmann, die über ihren Vater, den ermordeten Widerstandskämpfer Eberhard Finckh, sprechen wird.