Musealie des Monats #10

Weggeworfen und vergessen?

In der Reihe „Musealie des Monats“ stellt unsere Projektmitarbeiterin Sarah Lex regelmäßig Objekte aus unserem Depot vor.

Einige der Gegenstände, die zur Museumsammlung des Erinnerungsortes BADEHAUS gehören, stammen aus Hauswänden, Dachböden, Kellern, ja manchmal sogar aus einer Treppe. Es handelt sich beispielsweise um Spielzeug oder leere Dosen, die im DP Lager Föhrenwald verwendet wurden. Beim Umbau des Lagers in den 1950er Jahren wurden solche Dinge als Dämmmaterial verwendet, da sie für die Menschen zu dieser Zeit wertloser Müll waren. In Hauswänden und Treppenstufen haben sie die Jahre überdauert.

Musealien aus den Waldramer Wänden im Erinnerungs BADEHAUS

Oft stoßen die heutigen Waldramer*innen bei Umbaumaßnahmen in ihren Häusern auf solche Objekte aus einer früheren Zeit. Heute sind die Gegenstände vor allem für den Erinnerungsort BADEHAUS sehr wertvoll, da sie Zeugnisse aus dem DP Lager sind und veranschaulichen, wie die Menschen dort gelebt haben. Ohne die Sammlungsarbeit unseres Museums würden sie vermutlich nach dem Fund erneut weggeworfen und dann ganz vergessen.

Auf dem Foto: Verschiedene Gegenstände, die in den Waldramer Wänden gefunden wurden. Copyright: Joseph Coenen.

 

Mit diesem Thema beschäftigte sich auch der Autor Alois Berger. Bei unserer Veranstaltung am 26. März stellt er sein neues Buch vor mit dem Titel „Föhrenwald – das vergessene Schtetl. Ein verdrängtes Kapitel deutsch-jüdischer Nachkriegsgesellschaft.“