
Am 2. Oktober, gestaltete der Erinnerungsort BADEHAUS erstmals eine „Lange Nacht der Demokratie“ – gemeinsam mit dem Museum der Stadt Geretsried, dem Museum Wolfratshausen, der Volkshochschule Wolfratshausen sowie dem Kreisjugendring Bad Tölz-Wolfratshausen.
Ein historischer Shuttlebus verband die drei Museen miteinander und ermöglichte Interessierten, zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten zu wechseln. Mit einer Rallye durch alle drei Museen konnten die verschiedenen Angebote spielerisch entdeckt werden.
Auch Schülerinnen und Schüler setzten an diesem Abend ein Zeichen für Demokratie und Erinnerungskultur: Jugendliche des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums Bad Tölz wanderten entlang der Route des Dachauer Todesmarsches zum Erinnerungsort BADEHAUS. Dort trafen sie auf das P-Seminar Geschichte des Gymnasiums Kempfenhausen. Die Gruppe war ebenfalls auf den Spuren des Todesmarschs unterwegs und hatte auf dem Weg zum Museum an den Mahnmalen in Aufkirchen, Dorfen und Wolfratshausen Halt gemacht. Dabei beschäftigten sie sich mit der Frage, wie die NS-Geschichte jungen Menschen anschaulich vermittelt werden kann.

Darüber hinaus durften wir rund 200 Besucherinnen und Besucher allein bei uns im BADEHAUS begrüßen. Auf allen drei Etagen erwartete die Gäste ein abwechslungsreiches Programm.
An der Recherchestation der Sonderausstellung „KRIEGSKINDER“ unterstützte die junge BADEHÄUSLERIN Liesa Lahne Interessierte dabei, mithilfe des ZEIT-Tools der eigenen Familiengeschichte nachzugehen und zu prüfen, ob Angehörige der Eltern- oder Großelterngeneration Mitglied der NSDAP, SA oder SS gewesen waren. Das Angebot wurde den ganzen Abend über intensiv genutzt.
Nebenan lud die Volkshochschule mit einem Quiz zu Fragen rund um Politik und Demokratie zum Mitmachen ein.
Im Erdgeschoss führte unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Rhiannon Moutafis durch die Dauerausstellung und zeigte, wie sich politische und gesellschaftliche Strukturen in Föhrenwald und Waldram entwickelten. Später übernahmen der Schulleiter Clemens Coenen und die Lehrerin Stephanie Coenen weitere themenbezogene Rundgänge.
Unser Wald der Erinnerung im Obergeschoss wurde zum Ort eines lebhaften Austauschs über Stammtischparolen. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Geretsried zeigten wie man rassistischen, diskriminierenden oder populistischen Aussagen, sachlich und entschieden entgegentreten kann.
Auch die Partnermuseen boten vielfältige Zugänge zum Thema Demokratie. Das Museum der Stadt Geretsried stellte seine neue Sonderausstellung „Frieden schaffen“ vor und thematisierte bei einer Führung die Zeit des Nationalsozialismus in Geretsried. Im Museum Wolfratshausen stand der spielerische Zugang im Mittelpunkt: In einem Escape Room konnten die Gäste Demokratie auf ungewöhnliche Weise entdecken und mit Mitgliedern des Stadtrates direkt ins Gespräch kommen.







