Die Macht der Gefühle

Deutschland 19 | 19

Unsere Politik wird, so scheint es, zunehmend von Gefühlen bestimmt. Wir leben in Zeiten der Daueraufgeregtheit. Fakten werden durch gefühlte Wahrheiten infrage gestellt. Radikale aller Couleur finden mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen immer mehr Zuspruch. Hier setzt die Ausstellung „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 | 19“ an, indem sie einen emotionsgeschichtlichen Blick auf die vergangenen 100 Jahre wirft. Die gemeinsam von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegebene Schau wurde von den Historikerinnen Ute und Bettina Frevert erarbeitet. Sie nimmt heutige Erscheinungsformen von 20 Emotionen zum Ausgangspunkt, um Kontinuitäten und Brüche in den Gefühlswelten zu verdeutlichen, die die vergangenen 100 Jahre prägten und deren Intensität heute Politik und Gesellschaft herausfordert.

Die Macht der Gefühle_Ausstellung_Erinnerungsort BADEHAUS

Die Ausstellung, die deutschlandweit an mehr als 2000 Orten gezeigt wird, setzt die Forderung nach einem Gegenwartsbezug historisch-politischer Bildungsarbeit konsequent um. Prägnante Texte, 140 historische Fotos und Faksimiles sowie multimediale Begleitangebote regen dazu an, sich mit der Macht von Gefühlen in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen.

Prof Dr. Ute Frevert ist Historikerin und Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, wo sie seit 2008 den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ leitet. Zuvor war sie Professorin an der Yale University, USA, sowie an den Universitäten Bielefeld, Konstanz und an der FU Berlin. 1998 erhielt sie den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2016 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. Sie ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Akademien.

Bettina Frevert hat in Heidelberg Geschichte und Politikwissenschaft studiert. Anschließend arbeitete sie in einem Projekt der politischen Bildungsarbeit, wo sie mit jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund Fragen rund um Integration, Zugehörigkeit und Teilhabe in Deutschland erforschte. Derzeit ist sie neben ihrem vertiefenden Studium als historische Bildnerin tätig. An einer Berliner Gedenkstätte vermittelt sie die deutsch-deutsche Teilungsgeschichte an Schulklassen aus dem In- und Ausland.

 

Vernissage

Am 5.12.2021 stellten die beiden Historikerinnen ihre Arbeit in einem Gespräch mit der Journalistin und BADEHAUS-Vorsitzenden Dr. Sybille Krafft vor, Zuschauer*innen konnten im Online-Chat live dazu Fragen stellen.

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Fotos Copyright: Joseph Coenen, David Ausserhofer und fotostudio-charlottenburg

  • 4. Juli 2022
  • Datum: 5. Dezember 2021 bis 11. Juli 2022
  • Eintrittspreise und Öffnungszeiten zusammen mit der Dauerausstellung
  • Kuratorinnen: Prof Dr. Ute Frevert und Bettina Frevert
  • Herausgeber: Stiftung Verantwortung, Erinnerung und Zukunft und Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED Diktatur