
Am 16. April hat der Erinnerungsort BADEHAUS einen besonderen Meilenstein erreicht:
Mit dem Besuch der CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, und Josef Zellmeier, Vorsitzender des Haushaltsausschusses, wurde die Marke von 30.000 Besucherinnen und Besuchern überschritten.
Damit verzeichnet das Museum einen neuen Höchststand, der seine wachsende Bedeutung als Erinnerungs- und Bildungsort im bayerischen Oberland unterstreicht.
Im Rahmen ihres Besuchs würdigten beide Landtagsabgeordnete die inhaltliche und konzeptionelle Arbeit des BADEHAUSES. Sie trugen sich ins Gästebuch ein und fanden folgende anerkennenden Worte:
Josef Zellmeier, MdL: „Das BADEHAUS Waldram ist eine in Bayern einzigartige Einrichtung. Hier wird Geschichte vor Ort erlebbar, und zwar nicht nur „eine“ Geschichte, sondern ganz unterschiedliche Wegmarken, die die Mitte des vergangenen Jahrhunderts um den Epochenbruch des Weltkriegsendes herum geprägt haben. Man ist vor Ort, dort, wo es geschah – und staunt. Wie im BADEHAUS an einem Ort das Schicksal verschleppter ausländischer Zwangsarbeiter, das wiedergewonnene Leben gerade der Mordmaschinerie der Nazis entronnener jüdischer Displaced Persons und der Neubeginn katholischer Vertriebener fern der alten Heimat erzählt werden, ist einzigartig, und ein Beispiel dafür, was Museumsdidaktik zu leisten vermag.“
Dr. Petra Loibl, MdL: „Willkür und Leid, Hoffnung und Aufbruch – und das alles an einem Ort. Dr. Sybille Krafft hat im Badehaus Waldram in Wolfratshausen eine Ausstellung konzipiert und ständig weiterentwickelt, die selbst im Museumsland Bayern ihresgleichen sucht. Denn hier wird man nicht nur über ein Thema, einen Teil unserer jüngeren Geschichte informiert, sondern gleich über mehrere, erlebt Überraschendes wie Widersprüchliches. Für wen Geschichte bislang nur staubige Vergangenheit war, wird spätestens hier zum Nachdenken angeregt und findet Interesse an dem, was war – und wie es uns geprägt hat. Nicht ohne Grund pilgern so viele Menschen aus Bayern, Schulklassen genauso wie Zeitzeugen oder Touristen hierher ins Herz des Oberlands.“
Ihr Besuch erhält dabei eine besondere Bedeutung als Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene – einem Themenfeld, das im BADEHAUS eine zentrale Rolle spielt und eng mit der Geschichte Waldrams als Heimatvertriebenensiedlung verbunden ist.

v. l. n. r.: Josef Zellmeier MdL, Dr. Petra Loibl MdL bei einer von Dr. Sybille Krafft geleiteten Führung durch den Erinnerungsort BADEHAUS im Heimatvertriebenen Raum.
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2018 entwickelt sich der Erinnerungsort BADEHAUS stetig weiter und zieht jedes Jahr mehr Besucherinnen und Besucher an. Allein im Jahr 2025 kamen rund 7.000 Gäste.
Neben der Dauerausstellung sorgen wechselnde Sonderausstellungen, multimediale Formate und die monatliche Veranstaltungsreihe „Begegnungen im BADEHAUS“ für immer neue Zugänge zur Geschichte. So entsteht ein lebendiger Ort der Bildung Lernens und des Erinnerns, der weit über klassische Museumsbesuche hinausgeht.
Ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung ist das große ehrenamtliche Engagement vor Ort – mit inzwischen mehr als 76.000 geleisteten Ehrenamtsstunden. Es prägt das Haus entscheidend und zeigt, wie stark das BADEHAUS in der Region verankert ist. Damit bleibt es ein wichtiger Ort der Erinnerungskultur und der demokratischen Auseinandersetzung.

