Festtage in Föhrenwald

Chanukka und Weihnachten im Displaced Persons Lager

Marianne Bramer mit Chanukkia im Erinnerungsort BADEHAUS

Das Bild zeigt die Zeitzeugin Marianne Bramer, geborene Marianne Czimmermann, die 1953 im Alter von sechs Jahren nach Föhrenwald kam. Ihr Vater war polnischer Jude, ihre Mutter eine deutsche Christin.

In der Familie wurde Weihnachten gefeiert, aber ihr Vater setzte sich dafür ein, dass Marianne auch an der großen Chanukka-Feier in Föhrenwald teilnehmen durfte. Jedes Jahr fand dort im Veranstaltungssaal ein Fest für die ganze Lagerbevölkerung statt mit Gesangseinlagen der Schulkinder und anschließender Bescherung. Die Geschenke für die Kinder kamen aus Amerika und von verschiedenen Hilfsorganisationen. Marianne erinnert sich, dass sie einmal ein großes Paket bekam: Es war eine Spielesammlung, über die sie sich riesig gefreut hat.

Nach nur wenigen Jahren gab ihre Mutter das Geschenk an eine andere Familie weiter. Nur das Dominospiel auf dem Foto ist Marianne geblieben. Die Chanukkia bewahrte sie lange als besonderes Erinnerungsstück bei sich auf, bis sie Marianne vor einigen Jahren dem BADEHAUS spendete.

Marianne Bramer im Gespräch im Erinnerungsort BADEHAUS

In einer Zeit, in der die Welt in einer solchen Unruhe ist, sind Orte wie das BADEHAUS wichtiger denn je: als Brückenbauer, als Ort der Begegnung, der Bildung und der Demokratie. Mit Kontakt zu Zeitzeuginnen wie Frau Bramer gelingt es uns die Geschichte persönlich und nahbar zu erzählen. Bleiben auch Sie an unserer Seite und unterstützen im kommenden Jahr unser Erinnerungsprojekt!